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Sonntag, 20.05.2012

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Die Karte war vorbereitet, die Berechnungen standen, allerdings machte das Zeitfenster und das Wetter einen Strich durch den Ausflug zum Fliegerevent  Tannkosh 2010.

„Von Fliegern, für Flieger“ 

Da lag sie nun unsere Karte, frisch gekauft und sollte nun nicht benutzt werden? Nein, dachten wir und waren uns einig, dass wir bei nächst besserem Wetter die Reise nach Tannheim antreten wollten. Eine Woche später sollte das Wetter nun alles möglich machen.

Da wir nicht 3 Tage in Tannheim bleiben wollten, erarbeiteten wir ein Alternativprogramm. Anreise nach Tannheim am Freitag (3. Sept 2010). Am Samstag weiter nach Rotenburg o.d.T.. Sonntag weiter über die Wasserkuppe nach Schmallenberg/Rennefeld und zurück nach Hünsborn. 

Aufgrund der Zuladung wurden dann noch Zwischenstopps zum Tanken eingeplant.

Uns hatte das Reisefieber gepackt, die Unterkünfte waren gebucht und das Wetter zeigte sich reisebereit.

BadDrkDie C42 hob mit uns am Freitag mit dem ersten Ziel Bad Dürkheim in Hünsborn ab. Das Wetter war an unserem ersten Reisetag traumhaft und so fiel uns auch die Navigation recht leicht und wir landeten planmäßig in Bad Dürkheim. Wir haben nur kurz unseren Treibstoff ergänzt und  setzten unseren zweiten und letzten Teil der Anreise nach Tannheim fort. Die 1 ½ Std sollten im Fluge vergehen. Der Hockenheimring war passiert, genauso wie Speyer mit dem Technikmuseum, als wir querab von Stuttgart waren. Es war eigentlich geplant, um die Kontrollzone zu fliegen, jedoch ist Lars immer für eine Überraschung gut. Ich konnte gar nicht so schnell steuern, wie der Tower von Stuttgart und Lars uns über die Landebahn gebracht haben. Es war ein fantastischer Ausblick. Wir wurden die ganze Zeit von der zuständigen Fluginformation in Langen sehr freundlich und hilfsbereit betreut. Über Laupheim ging es weiter und plötzlich war Tannheim vor uns. Es ist unbeschreiblich, wenn das was, man die Tage zuvor nur im Computer auf der Webcam gesehen hat, auf einmal Wirklichkeit wird.  Es ist ein schöner und unbeschreiblicher Moment für mich gewesen. Wir rollten aus und tranken im Sonnenuntergang unser erstes Bier. Tannheim ist nicht nur Tannkosh. Wer Tannkosh erleben will muss die Wurzeln in Tannheim erleben. Familiäre Stimmung, Hilfsbereitschaft. Der Geist von Tannkosh ist das Leben in Tannheim und Tannheim ist immer eine Reise wert, auch eine Woche nach Tannkosh.

Wir verbrachten schöne Stunden dort und am nächsten Morgen sollte es über Füssen, den Königsschlössern weiter zur Zugspitze gehen. Das Wetter hatte aber eine Überraschung parat. Die Sicht war so schlecht, dass sogar die Spatzen zu Fuß gehen mussten. Warten und Kaffee trinken, Wurstsalat und Nürnberger Würstchen essen. Gegen 14:00 Uhr sollte es dann möglich sein den Flug  in Richtung Rotenburg o.d.T. fortzusetzen. Der Wetterfrosch hatte recht und wir konnten gegen 14:00 Uhr starten. Der Ausflug über die Alpen war gestorben und es ging in Richtung Rotenburg o.d.T.. In  Höhe der Donau wurde das Wetter dann noch besser und ich machte meine ersten Gehversuche bei der Fluginformation in Langen. Ich glaube ein Lächeln um den Mund von Lars gesehen zu haben. Auch hier landeten wir planmäßig in Rotenburg o.d.T. Es war bei diesem Ausflug erschreckend, wie genau wir gerechnet hatten. Wobei wir teilweise den Computer getoppt hatten. Mit dem Taxi ging es dann zum Hotel in die Innenstadt. Es war Reichsstadtfest und die Stadt war mit original gekleideten Bewohnern bevölkert. Das Wetter war inzwischen fast wolkenlos und wir haben die Stadt in vollen Zügen genossen. Auch ein Feuerwerk versüßte unseren Aufenthalt wie letztlich auch die Pralinen und die Schneebälle, die wir mitnahmen. Am Sonntag wurden wir durch die Sonnenstrahlen am fast wolkenlosen Himmel geweckt. Wir brachen nun in Richtung Bad Neustadt/Saale auf. Die vereinzelten Wolken waren recht tief und wir fanden uns schnell über den Wolken wieder. Für mich das erste Mal. Traumhaft, wenn man sonst als Segelflieger doch meist unter den Wolken bleibt. Nach nur einer knappen Stunde erreichten wir unser Ziel und konnten neben Sprit auch noch eine Tasse Kaffee in netter Atmosphäre genießen. Weiter ging es über die Wasserkuppe in Richtung Fulda, Lauterbach und Alsfeld. Inzwischen hatte sich eine prächtige Wolkenthermik gebildet und Lars wäre am liebsten ausgestiegen und im Gleitflug nach Hause geflogen.  Marburg und Allendorf flogen sprichwörtlich an uns vorbei und plötzlich waren wir an unserem vorletzten Ziel angekommen. Schmallenberg Rennefeld. Eine Schale Pommes und ein kurzes Gespräch, dann ging es nach Hause nach Hünsborn.  Am Schluss kamen wir auf 855 Km, 6:31 Std Flugzeit und viele Eindrücke über Land , Menschen und Wetter.

Letztlich danken möchte ich Lars für das „ja“  zu diesem Flug, ohne ihn wäre er nicht zustande gekommen.

Abgesehen, dass mit der C42B die Strecken in Deutschland überschaubar werden und wir hier wunderschöne Flecken haben, kann ich nur sagen: Tannheim ist auch ohne Tannkosh eine Reise wert.

 

Der Pilot der „Rennmotte“
 
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